Eigener Online-Shop für Restaurants: Der komplette Guide 2026
Warum ein eigener Online-Shop?
Du zahlst 13-30% Provision bei jeder Lieferando-Bestellung. Bei 5.000€ Monatsumsatz sind das bis zu 1.500€ – jeden Monat. Geld, das direkt in die Taschen von Lieferplattformen fließt.
Ein eigener Online-Shop ändert das. 100% der Einnahmen bleiben bei dir. Plus: Du behältst deine Kundendaten, kontrollierst deine Marke und baust eine direkte Beziehung zu deinen Gästen auf.
Klingt kompliziert? Ist es nicht. Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen Restaurant-Shop aufbaust.
1. Die Basics: Was du brauchst
Domain
Deine Domain ist deine Adresse im Internet. Zum Beispiel: pizzeria-roma-berlin.de
Was du wissen musst:
- Kosten: 10-15€ pro Jahr
- Kaufen kannst du bei: IONOS, Strato, GoDaddy
- Tipp: Wähle einen Namen, der deinen Laden + Stadt enthält (gut für lokale Google-Suche)
Beispiele:
- ✅ doenerladen-koeln.de
- ✅ sushi-bar-muenchen.de
- ❌ bestfood123.de (zu generisch)
Hosting
Hosting ist der "Platz" wo dein Shop liegt. Wie Miete für eine Wohnung, nur online.
Zwei Optionen:
- Klassisches Hosting: Du mietest Server-Platz (z.B. bei IONOS, Strato)
- Kosten: 5-20€/Monat
- Du musst technisch fit sein (Installation, Updates, Sicherheit)
- SaaS-Lösung: Der Anbieter kümmert sich um alles
- Kosten: 29-99€/Monat
- Du fokussierst dich aufs Geschäft, nicht auf Technik
- Beispiele: Lieferfly, Shopify, Wix
Meine Empfehlung: Für Restaurants = SaaS. Warum? Du hast genug zu tun. Installation, Sicherheits-Updates, Server-Wartung – das ist Zeit, die du nicht hast.
Shop-Software
Die Software ist das Herzstück. Hier gibst du dein Menü ein, Kunden bestellen, Zahlungen laufen ab.
Optionen:
A) WordPress + WooCommerce
- ✅ Kostenlos (Open Source)
- ❌ Technisch anspruchsvoll
- ❌ Du musst Updates, Plugins, Sicherheit selbst managen
- ❌ Nicht speziell für Restaurants gebaut
B) Shopify
- ✅ Einfach zu bedienen
- ✅ Viele Templates
- ❌ 29-79€/Monat + 1,5-2% Transaktionsgebühr
- ❌ Nicht speziell für Gastro (eher für E-Commerce)
C) Restaurant-SaaS (z.B. Lieferfly)
- ✅ Speziell für Restaurants gebaut
- ✅ Setup in unter 5 Minuten (KI-Speisekarten-Extraktion)
- ✅ Menü mit Varianten, Extras, Allergenen
- ✅ Liefergebiete, Mindestbestellwert, Lieferzeiten
- ✅ Flat-Fee (z.B. 49€/Monat), keine Provision
- ❌ Weniger Flexibilität als WordPress
Faustregel: Wenn du ein Restaurant betreibst und keine Tech-Skills hast → Restaurant-SaaS. Wenn du ein Webentwickler bist oder viel Zeit hast → WordPress.
2. Features die dein Shop braucht
Menü-Integration
Dein Menü muss digital. Klingt simpel, aber es gibt Details:
Pizza-Größen: Klein, Mittel, Groß – mit verschiedenen Preisen
Extras: Zwiebeln, Knoblauch, Extra Käse – oft kostenlos oder 0,50-1,50€
Allergene: Kennzeichnungspflicht (Gluten, Laktose, etc.)
Kategorien: Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts, Getränke
Tipp: Gute Shop-Software erkennt das automatisch. Bei Lieferfly lädst du einfach ein Foto deiner Speisekarte hoch – die KI extrahiert alles (Gerichte, Preise, Varianten). Spart Stunden.
Bestellsystem
Kunde wählt Gerichte → in den Warenkorb → zur Kasse → Bestellung abgeschlossen.
Was passiert dann?
- Du bekommst eine Benachrichtigung (E-Mail, SMS, oder App)
- Kunde bekommt Bestätigung
- Bestellung erscheint in deinem Admin-Panel
- Optional: Küchendrucker druckt Bestellung automatisch
Wichtig: Das System muss einfach sein. Keine 10 Klicks bis zur Bestellung. Je weniger Schritte, desto mehr Bestellungen.
Zahlungsabwicklung
Kunden müssen bezahlen können – online und bei Lieferung.
Zahlungsarten die Standard sind:
- PayPal
- Kreditkarte (Visa, Mastercard)
- Sofortüberweisung
- Bar bei Lieferung
Payment-Provider:
- Stripe: 1,5% + 0,25€ pro Transaktion, schnelle Auszahlung
- PayPal: 2,49% + 0,35€ pro Transaktion, jeder kennt es
- Mollie: 0,29€ + 0,25€ pro Transaktion, gut für kleine Beträge
Tipp: Biete "Bar bei Lieferung" an. Viele Kunden (besonders ältere) zahlen lieber bar. Kostet dich nichts.
Liefergebiete
Du kannst nicht nach ganz Deutschland liefern. Also: Liefergebiete definieren.
Zwei Methoden:
- Postleitzahlen: "Wir liefern in: 10115, 10117, 10119"
- Radius: "Wir liefern im Umkreis von 5km"
Mindestbestellwert: Oft 10-15€. Warum? Weil eine 5€-Pizza + Lieferung sich nicht lohnt.
Lieferkosten: 0€ (ab Mindestbestellwert) oder 2-3€ (darunter). Tipp: Kostenlose Lieferung wirkt besser – hol dir die Kosten über höhere Preise zurück.
3. Rechtliches (wichtig!)
Impressum
Pflicht in Deutschland. Muss auf deiner Website sein.
Was rein muss:
- Name des Unternehmens
- Adresse
- Kontaktdaten (Telefon, E-Mail)
- Steuernummer
- Geschäftsführer (bei GmbH)
Tool: Impressum-Generator von eRecht24 – kostenlos.
Datenschutzerklärung (DSGVO)
Auch Pflicht. Regelt, wie du mit Kundendaten umgehst.
Was wichtig ist:
- Welche Daten du sammelst (Name, Adresse, E-Mail)
- Warum (um Bestellung zu bearbeiten)
- Wie lange du sie speicherst
- Dass Kunden Auskunft/Löschung verlangen können
Tool: Datenschutz-Generator von eRecht24 – auch kostenlos.
AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen)
Regeln für deine Kunden.
Was rein sollte:
- Lieferzeiten (z.B. "45-60 Minuten")
- Stornierungsbedingungen
- Was passiert bei Nicht-Erreichbarkeit
- Haftungsausschluss (z.B. bei Verspätung durch Verkehr)
Tipp: Lass das von einem Anwalt checken. Kostet 200-500€ einmalig, aber spart dir Ärger.
4. Marketing: Wie Kunden deinen Shop finden
Du hast einen Shop. Super. Aber woher wissen Kunden davon?
Google My Business
Must-Have #1. Kostenlos, dauert 10 Minuten.
- Dein Restaurant erscheint in Google Maps
- Kunden sehen Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen
- Du kannst deine Website verlinken (= Traffic auf deinen Shop)
Social Media
Instagram & Facebook:
- Poste Gerichte, Behind-the-Scenes, Angebote
- Verlinke deinen Shop in der Bio
- Story mit "Jetzt bestellen" Button
Kosten: 0€ (organisch) oder 50-200€/Monat (Ads)
Tipp: Poste regelmäßig. 3x pro Woche reicht. Zeig dein Essen, nicht Stock-Fotos.
Flyer mit QR-Code
Oldschool, aber funktioniert.
- Druck 1.000 Flyer (50-100€)
- QR-Code drauf, der direkt zu deinem Shop führt
- Verteilen in deiner Straße, in Briefkästen, im Laden
Bonus: "10% Rabatt bei erster Online-Bestellung" – Anreiz schaffen.
WhatsApp-Broadcast
Du hast Stammkunden? Hol dir ihre Nummer (mit Erlaubnis!).
- Erstelle eine Broadcast-Liste
- Sende 1x pro Woche: "Heute: Aktionsangebot XY – jetzt online bestellen"
Wichtig: Nicht spammen. 1x pro Woche max.
Lokales SEO
Damit du bei Google gefunden wirst.
Keywords die du brauchst:
- "Pizza bestellen [deine Stadt]"
- "Döner Lieferservice [dein Viertel]"
- "Sushi online bestellen [deine Postleitzahl]"
Wie das geht:
- Diese Keywords auf deiner Website einbauen (z.B. "Pizza bestellen in Berlin-Mitte")
- Blog-Posts schreiben (z.B. "Die beste Pizza in Kreuzberg")
- Backlinks sammeln (z.B. lokale Food-Blogs, Stadt-Websites)
Zeitinvest: 2-3 Stunden pro Woche. Lohnt sich nach 3-6 Monaten.
5. Tools & Lösungen im Vergleich
DIY (WordPress + WooCommerce)
Vorteile:
- Kostenlos (außer Hosting ~10€/Monat)
- Volle Kontrolle
Nachteile:
- Technisch komplex
- Wartung, Updates, Sicherheit = dein Job
- Nicht für Restaurants optimiert (keine Liefergebiete, keine Varianten out-of-the-box)
Für wen: Webentwickler oder Leute mit viel Zeit.
Shopify
Vorteile:
- Einfach zu bedienen
- Viele Apps & Integrationen
- Schöne Templates
Nachteile:
- 29€/Monat + 1,5% Transaktionsgebühr
- Für E-Commerce gebaut, nicht für Restaurants
- Extras (wie Liefergebiete) = Extra-Apps nötig
Für wen: Shops mit vielen Produkten, nicht ideal für Gastro.
Restaurant-SaaS (z.B. Lieferfly)
Vorteile:
- Speziell für Restaurants
- Setup in unter 5 Minuten (KI-Speisekarten-Extraktion)
- Menü mit Varianten (Größen, Extras) automatisch erkannt
- Liefergebiete, Mindestbestellwert, Lieferzeiten integriert
- Flat-Fee (49€/Monat), keine Provision
- Kein Tech-Wissen nötig
Nachteile:
- Weniger flexibel als WordPress (aber brauchst du das?)
Für wen: Restaurants die schnell starten wollen, ohne Tech-Stress.
6. Step-by-Step: So startest du
Woche 1: Vorbereitung
- Domain kaufen (10€)
- Shop-Software wählen
- Menü digitalisieren (Fotos, Preise, Beschreibungen)
Woche 2: Setup
- Shop einrichten
- Zahlungsanbieter anbinden (Stripe, PayPal)
- Liefergebiete definieren
- Testbestellungen durchführen
Woche 3: Rechtliches
- Impressum erstellen
- Datenschutzerklärung hinzufügen
- AGB schreiben (oder Generator nutzen)
Woche 4: Launch
- Google My Business eintragen
- Social Media Posts (Ankündigung)
- Flyer mit QR-Code drucken & verteilen
- WhatsApp-Broadcast an Stammkunden
Realistischer Zeitrahmen: 3-4 Wochen, wenn du parallel dein Restaurant betreibst.
Mit Lieferfly: 5 Minuten Setup (Logo + Speisekarte hochladen → KI macht den Rest) + 1-2 Tage für Marketing-Vorbereitung.
7. Kosten-Übersicht
DIY-Variante (WordPress):
- Domain: 10€/Jahr
- Hosting: 10€/Monat
- Theme/Plugins: 0-100€ einmalig
- Payment-Gebühren: 1,5-2,5% pro Bestellung
- Total: ~130€ Setup + 10€/Monat + Zeit
Shopify:
- Domain: 10€/Jahr
- Shopify: 29€/Monat
- Apps (Liefergebiete, etc.): 10-30€/Monat
- Payment-Gebühren: 1,5% + Shopify-Fee
- Total: ~360-720€/Jahr + Transaktionsgebühren
Restaurant-SaaS (z.B. Lieferfly):
- Alles inklusive: 49€/Monat
- Keine Setup-Kosten
- Keine Transaktionsgebühren (außer Payment-Provider)
- Total: 588€/Jahr
Vergleich zu Lieferando:
- 5.000€ Monatsumsatz × 15% Provision = 750€/Monat = 9.000€/Jahr
- Mit eigenem Shop (Lieferfly): 588€/Jahr
- Ersparnis: 8.412€ pro Jahr
Fazit: Lohnt sich ein eigener Shop?
Ja. Definitiv.
Wenn du mehr als 3.000€ Monatsumsatz über Lieferplattformen machst, zahlst du Tausende Euro Provision im Jahr. Ein eigener Shop kostet einen Bruchteil davon.
Plus:
- Du behältst deine Kundendaten
- Du kontrollierst deine Marke
- Du baust eine direkte Beziehung zu deinen Gästen
- Du bist unabhängig von Lieferando & Co.
Der beste Zeitpunkt? Jetzt. Je länger du wartest, desto mehr Geld verschenkst du.
Nächster Schritt
Option 1: DIY – Domain kaufen, WordPress installieren, loslegen (Zeitaufwand: 3-4 Wochen)
Option 2: SaaS-Lösung – z.B. Lieferfly: Logo + Speisekarte hochladen, KI extrahiert automatisch, Shop ist in unter 5 Minuten live. Flat-Fee 49€/Monat, keine Provision.
Du entscheidest. Aber entscheide schnell – jede Woche kostet dich Provisionen, die du nie wieder siehst.